Ein wunderbarer Theaterabend
Am Dienstag, 27.01.2026, besuchten 120 Schüler des 12. und 13. Jahrgangs unserer Schule eine Aufführung des 1808 uraufgeführten Dramas „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist im Kieler Schauspielhaus. Alle Schüler hatten das Drama, aktuell Pflichtlektüre, da abiturrelevant, vorab im Deutschunterricht gelesen und besprochen und waren gespannt auf die Inszenierung.

Viele Schüler hatten sich schick gemacht. Aufmerksam verfolgten unsere Schüler, die erfreulicherweise in den Reihen 1-5 Plätze hatten, das Geschehen auf der Bühne.


Im Zentrum des Stücks steht eine Gerichtsverhandlung, in der es vordergründig um Frau Marthe Rulls zerbrochenen Krug geht, der von einem zu Beginn verheimlichten männlichen Besucher Eves, der Tochter von Frau Marthe, zerschlagen wurde. Marthe verdächtigt zunächst Eves Verlobten Ruprecht. Dorfrichter Adam soll nun herausfinden, wer den Krug zerschlagen hat. Großartig spielt Zacharias Preen den Dorfrichter, der sich zunehmend haltlos in Lügen verstrickt und vor allem bei den Mädchen durch seine Kleidung und seine Gesten abstoßende Reaktionen hervorruft. Der herbeigereiste Gerichtsrat Walter deckt das Verbrechen schließlich mit Hilfe des Schreibers Licht auf. Am Ende ist es Eve, gespielt vom neuen Ensemblemitglied Fayola Schönrock, selbst, die sich traut, gegen Adam auszusagen, der sie am vorherigen Abend besuchte und sie bedrängte. Vor Gericht wird Adams Erpressung jetzt offenbar. Ruprecht sollte als Soldat nach Asien ausrücken, wo die Überlebenschance äußerst gering gewesen wäre. Adam versprach Eve sozusagen ein Attest für Ruprecht, um ihn von dem gefährlichen Militärdienst zu befreien, und forderte gewisse Dienste als Gegenleistung. Eve stellt mit ihrem Mut und ihrem Durchsetzungsvermögen das Recht wieder her. Adam flieht schließlich.

Somit wandelt sich dieses Stück, mit seinem Sprachwitz und seiner Situationskomik, von einem Lustspiel zur Tragikomödie, in der es um sexuelle Gewalt, Machtmissbrauch, Schweigen und um grundlegende Fragen von Recht und Gerechtigkeit geht. Diese Themen rechtfertigen die Aufführung des Dramas auch heute noch.
Unser herzlicher Dank geht an Frau Kuphaldt, die diesen Abend für unsere Schüler, für die Deutschlehrer der Kurse, Frau Kuphaldt selbst, Frau Möller, Herrn Schmidt, Herrn Treder, Frau Voß, und für zahlreiche weitere theaterbegeisterte Lehrer, u.a. Frau Jacobsen-Harken, Herrn Jacobsen, Frau Lange, Herrn Linde, Frau Müller-Bergh, Herrn Schumacher, organisiert hatte. Es war ein wunderbarer Theaterabend.
Text: Kirsten Voß
Fotos: Kirsten Voß
