
Eigentlich sollte es ein Online-Meeting werden. So dachte ich mir – ein älterer Herr, der für eine 9. Klasse aus seinem Leben erzählt. Geboren im Jahr 1939 bezeichnet er sich selbst als einen der letzten Zeitzeugen der Kriegs- und Nachkriegszeit.
Herr Gottfried Wolf nahm den weiten Weg von Coesfeld bei Mũnster per Bahn auf sich, um am Donnerstag, den 18. Juni live vor dem gesamten Jahrgang aus seinem Leben zu erzählen.


Anschaulich gab er einen Einblick in die Realität seiner Herkunftsfamilie, die 1946 aus der Heimat in Schlesien im heutigen Polen vom eigenen Hof vertrieben wurde. Nach einer strapazenreichen Reise gelangte die Familie schließlich nach Nordrhein-Westfalen, wo sie sich nach anfänglichen Schwierigkeiten und sehr beengten Wohnbedingungen nach und nach eine Zukunft aufbauen konnte.
Herr Wolf machte den Schülerinnen und Schülern deutlich, wie dramatisch die Fluchtgeschichten der Vertriebenen teilweise verliefen und konnte dies mit persönlichen Erfahrungen verdeutlichen.
Den Zuhörenden war abzuspüren, dass sie der lebendige, mit Bildern und Filmausschnitten bereicherte Vortrag berührte.
Herr Wolf stand während und nach dem Vortrag für Fragen zur Verfügung.
Durch seine positive Ausstrahlung und zukunftszugewandte Art, die sich auch in seiner technischen Kompetenz und seinem Erfindergeist zeigte, stand am Ende des Besuchs die lebendige Darstellung eines schweren Schicksals aus dem vergangenen Jahrhundert neben der Lebensfreude eines Menschen, der diese Zeit nicht nur bewältigt hat, sondern auch mit seinen 87 Jahren weiterhin sehr munter und positiv in die Zukunft blickt. Sein Wunsch, seine Geschichte Jugendlichen nahezubringen, war unser Gewinn.
Wir sagen herzlichen Dank!
Maren Burau
Text und Fotos: Maren Burau
