

„Ich hätte gern eine kleine Rückmeldung von Ihnen, wie Ihnen der Besuch bei uns gefallen hat.“ Auf Antworten musste Annette Oellerking, Personalverantwortliche des gleichnamigen mittelständischen Unternehmens, nicht lange warten.
Spontan flogen die Hände mehrerer Schülerinnen und Schüler der 11a zur Wortmeldung in die Höhe: „Ich hatte eigentlich keine großen Erwartungen, aber nun bin ich beeindruckt über die Vielfalt der bei Ihnen hergestellten Produkte“ lauteten gleich mehrere Antworten. „Und es war auch total interessant, was Sie uns über Ihre Vorgehensweise bei der Bewerberauswahl erzählt haben.“
Routiniert stellte Frau Oellerking Ihr Unternehmen vor, in dem vor allem Planen für LKW, Eisenbahnwagons und Schiffscontainer hergestellt sowie Fahrzeuge mit Firmenwerbung bedruckt werden. Taue, wie der Firmenname suggeriert, werden dagegen hier schon lange nicht mehr produziert. Durch ihre persönlichen Erfahrungen mit der Altersgruppe der Schülerinnen und Schüler konnte sie sich bei ihrem Vortrag gut auf deren Vorstellungen und Interessen einstellen.
Anhand eines vorher zugesandten Fragenkatalogs hatte sich Frau Oellerking gut auf unsere Zielsetzung einer „Standortanalyse“ vorbereitet. So erfuhr man etwas über die Herausforderungen, die ein Unternehmen in Zeiten der Globalisierung bestehen muss. Die erstaunliche Tatsache, dass nur 40 % der ca.100 Mitarbeiter am Ort in der Produktion tätig sind, wurde mit dem Hinweis auf die „verlängerte Werkbank“ in Südpolen, wo ca. 360 Mitarbeiter für Oellerking schaffen, schnell aufgeklärt. Verantwortlich sind dafür v.a. die geringeren Personalkosten. Frau Oellerking sparte nicht mit Lob für die Belegschaft in Polen, die in Mentalität und Arbeitsmoral ihren deutschen Kollegen nicht nachstünden.
Beim anschließenden Rundgang beeindruckten einerseits die langgezogenen, historischen Fabrikgebäude und andererseits der moderne, computergesteuerte Flachbett-Plotter, mit dem große Planenteile ebenso geschnitten werden wie kleine Stoffteile zum Einbau in Flugzeugsitzen. Besonders nach dem Geschmack der Besucher waren allerdings die Umhängetaschen aus fehlproduzierten LKW-Planen, die von zwei Auszubildenden im Rahmen eines Sozialprojektes genäht wurden.
Als sich die Besucher schließlich selbst als „Technische Konfektionäre“ erproben durften, indem sie vorbereitete Folienbilder auf Kunststoffplatten übertrugen, stand das Urteil fest: Diese Betriebserkundung war interessant und hat Spaß gemacht. Das Lob von Frau Oellerking für die rege Beteiligung und das Durchhaltevermögen unserer Schülerinnen und Schüler hat uns natürlich auch gefreut. Vielen Dank!



