{"id":4031,"date":"2024-03-07T17:58:23","date_gmt":"2024-03-07T16:58:23","guid":{"rendered":"https:\/\/peterustinovschule.de\/?p=4031"},"modified":"2024-03-07T17:58:23","modified_gmt":"2024-03-07T16:58:23","slug":"zwischen-hoffnung-und-verzweiflung-wo-stehen-wir-beim-internationalen-klimaschutz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/peterustinovschule.de\/?p=4031","title":{"rendered":"&#8220;Zwischen Hoffnung und Verzweiflung &#8211; Wo stehen wir beim (inter)nationalen Klimaschutz?&#8221;"},"content":{"rendered":"\n<p><em>Von Jule Fricke (Geographieprofil 13c)<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-rounded\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-1024x768.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-4032\" srcset=\"https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-300x225.jpeg 300w, https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-768x576.jpeg 768w, https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-2048x1536.jpeg 2048w, https:\/\/peterustinovschule.de\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Vortrag-zur-Klimakrise-Foto-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Vortrag vor den Geographieprofilen der Oberstufe lieferte Dr. Tobias Bayr vom GEOMAR \u2013 Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung tiefe Einblicke in die dr\u00e4ngenden Fragen des globalen Klimaschutzes. Die Leitfrage lautete: &#8220;Zwischen Hoffnung und Verzweiflung &#8211; Wo stehen wir beim (inter)nationalen Klimaschutz?&#8221;<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bayr betonte, dass die Erde durch menschliche Aktivit\u00e4ten bereits um 1,2\u00b0C erw\u00e4rmt wurde. Besorgniserregend sei dabei, dass das Land sich st\u00e4rker erw\u00e4rmt habe als die Ozeane. Er erkl\u00e4rte, dass die Erw\u00e4rmung mit zunehmender Entfernung vom \u00c4quator ansteigt, was bedeutende Auswirkungen auf verschiedene Regionen der Welt hat.<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland sp\u00fcren wir die Konsequenzen des Klimawandels wie folgt: Niedrige Grundwasserst\u00e4nde, eine Verdreifachung der Hitzetage und steigende Meeresspiegel sind deutliche Anzeichen. Interessanterweise konnten durch Finanz- und Coronakrisen kurzfristig die CO2-bedingten Emissionen gesenkt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimaforscher betonte, dass Klimaschutz auch Menschheitsschutz bedeutet. Ein Anstieg um 1,5\u00b0C im Vergleich zu 2\u00b0C kann einen erheblichen Unterschied machen. Ab einem bestimmten Punkt werden wir Menschen nicht mehr in der Lage sein, uns an die ver\u00e4nderten Umweltbedingungen anzupassen. Das Ausl\u00f6sen kritischer Kippelemente wie z.B. das Abschmelzen des Gr\u00f6nl\u00e4ndischen Eisschilde w\u00e4re dabei irreversibel und h\u00e4tte weitreichende Folgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bayr sprach von der Notwendigkeit von mehr Klimaschutz als Klimaanpassung. Dazu nahm er eine Grafik zur Veranschaulichung. Die Grafik zeigt einen Autounfall mit zwei Autos, die mit 64 km\/ h bzw. 80 km\/h zusammenprallen. Die Grafik verdeutlicht, dass die Aufprallgeschwindigkeit einen gro\u00dfen Einfluss auf die Verletzungsgefahr hat. Bei einem Aufprall mit 80 km\/h ist das Verletzungsrisiko deutlich h\u00f6her als bei einem Aufprall mit 64 km\/h.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Prinzip l\u00e4sst sich auf den Klimawandel \u00fcbertragen. Die Folgen des Klimawandels werden deutlich schlimmer sein, wenn wir die Erde um 2\u00b0C erw\u00e4rmen als wenn wir sie nur um 1,5\u00b0C erw\u00e4rmen. Klimaschutz bedeutet die Reduktion der Aufprallgeschwindigkeit. Das bedeutet, dass es bei geringerer Aufprallgeschwindigkeit geringere Sch\u00e4den f\u00fcr das Klima gibt. Dr. Bayr betonte, dass trotz Naturkatastrophen, wie Flutkatastrophen, die Folgen durch den Klimawandel abgemildert werden k\u00f6nnten, wenn wir konsequent handeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Blick auf die globale Wirtschaft und Verm\u00f6gensverteilung zeigt die Ungerechtigkeit auf dieser Welt. Dr. Bayr wies darauf hin, dass eine hohe Wirtschaftskraft pro Einwohner oft mit h\u00f6heren CO2-Emissionen einhergeht. Er warnte vor einem drohenden 6. Massensterben in der Erdgeschichte, das durch menschliche Einfl\u00fcsse verursacht wird. Die ungleiche Verm\u00f6gensverteilung, besonders zwischen den reichsten 26 Menschen und den \u00e4rmsten 50% der Weltbev\u00f6lkerung, verdeutlichte die sozialen Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Er betonte die Verletzlichkeit von L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben, aber am st\u00e4rksten von dessen Folgen betroffen sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Bayr zeigte auch Hoffnung und L\u00f6sungsans\u00e4tze im Kontext des Klimawandels. Er betonte den Top-Down- und Bottom-Up-Ansatz, w\u00e4hrend er darauf hinwies, dass unsere zu lineare Weltsicht oft die eigene Wirksamkeit untersch\u00e4tzt. Dabei f\u00fchrte er das Lineare vs. Nichtlineare Weltbild an und verdeutlichte dies anhand von Beispielen wie &#8220;Plants for the Planet&#8221; und Greta Thunberg, die den Wandel von klein zu gro\u00df repr\u00e4sentieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Eisbergmodell der Kultur erkl\u00e4rte Dr. Bayr, dass nur 10% der Ver\u00e4nderungen sichtbar sind (Handeln), w\u00e4hrend 90% unter der Oberfl\u00e4che (Denken, Werte) verborgen bleiben. Er forderte dazu auf, vom Egodenken zum \u00d6kosystemdenken \u00fcberzugehen und pr\u00e4sentierte soziale Kippunkte als Schl\u00fcssel zur Stabilisierung des Klimas. Bayr thematisierte den Wertewandel als eine &#8220;moralische Revolution&#8221;, vergleichbar mit der Abschaffung der Sklaverei oder der Einf\u00fchrung der Frauenrechte. Er identifizierte drei Phasen der Bewusstseinsentwicklung: Phase 1 (kein Problem), Phase 2 (Problem, aber&#8230;), und Phase 3 (Probleml\u00f6sung). Aktuell stehen wir zwischen Phase 2 und 3. Als Lichtblick wurden die Entwicklungen bei erneuerbaren Energien vorgestellt. Technische Innovation unterst\u00fctzten uns dabei, erneuerbare Energien g\u00fcnstiger als fossile Energien zu gestalten. Bayr betonte jedoch, dass die n\u00e4chsten 10 Jahre entscheidend seien, um die Chance des Klimawandels als transformative Kraft zu nutzen. Bayr rief dazu auf, Zukunftsangst durch Zukunftslust zu ersetzen. Als Beispiel ist hier Kopenhagen als Vorbild zu nennen, da die Stadt es geschafft hat, das Klimarisiko als Chance f\u00fcr Nachhaltige Mobilit\u00e4t zu nutzen. Er betonte, dass wir uns bei 1,5\u00b0C noch anpassen k\u00f6nnen, solange wir keine Kippelemente ausl\u00f6sen. Statt auf rein technische L\u00f6sungen zu setzen, sollten wir unsere Baumst\u00e4nde sch\u00fctzen, um die \u00f6kologische Balance zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Dr. Tobias Bayr sorgte daf\u00fcr, dass wir uns einen \u00dcberblick \u00fcber Chancen und Risiken des Klimawandels verschaffen konnten. Zudem machte er deutlich, dass unser Handeln in den n\u00e4chsten Jahren \u00fcber die Richtung des globalen Klimaschutzes entscheiden wird.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Jule Fricke (Geographieprofil 13c) In einem Vortrag vor den Geographieprofilen der Oberstufe lieferte Dr. Tobias Bayr vom GEOMAR \u2013 Helmholtz-Zentrum f\u00fcr Ozeanforschung tiefe Einblicke &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":4032,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[15,57],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4031"}],"collection":[{"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4031"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4031\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4032"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4031"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4031"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/peterustinovschule.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4031"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}